sideBar

Menschen verstehen - Potenziale erkennen

080418_rosenberger4.gif

Menschen verstehen - Potenziale erkennen

Die Systematik professioneller Bewerberauswahl und Mitarbeiterbeurteilung

Friedemann Stracke

Rosenberger Fachverlag 2006, 2. Auflage, 259 Seiten, 34.80 Euro

Jedes Unternehmen wünscht sich engagierte Mitarbeiter. Aber wie findet man Persönlichkeiten mit Rückgrat, Mut, Initiative und Einfühlung? Sind die Suchinstrumente der Personalabteilungen überhaupt darauf ausgerichtet, mehr zu erfassen als die Oberfläche?

Friedemann Stracke, Leiter des Recruitment Centers des Otto-Versands, mit seinem Team verantwortlich für bis zu 500 Stellenbesetzungen und tausende Potenzialeinschätzungen jährlich, entlarvt den beiderseitigen Bluff, den Bewerber- und Mitarbeitergespräche oft darstellen. Und er zeigt auf, wie es anders und besser geht. Der Autor nimmt die gängigen Verfahren unter die Lupe und ruft die Grundlagen jedes Auswahl- und Beurteilungsprozesses ins Bewusstsein. Stracke vermittelt die hohe Kunst der professionellen und gleichzeitig menschlichen Gesprächsführung, die Voraussetzung für gute Personalentscheidungen. Jede Führungskraft und jeder Personalexperte wird davon profitieren.

Ein Buch für die berufliche Praxis und darüber hinaus.


Auszug aus der Sendung SWR 2 Wissen:

„So sicher wie ein Horoskop? Die Eignungstests der Wirtschaft” v. 9.3.2005
(Autorin: Anja Schrum, Redaktion: Sonja Striegl)


Sprecherin: Der Otto-Versand in Hamburg. Zwischen 350 und 500 Stellen sind hier Jahr für Jahr neu zu besetzen. Vom Praktikanten bis zum Manager. Im Schnitt gehen jährlich 25.000 Bewerbungen ein, bei der Abteilung für Recruiting. 25 Leute versuchen hier, die Eigenschaften der Bewerber zu diagnostizieren. Dabei setzt man vor allem auf das Interview. Allerdings nicht auf das althergebrachte Einstellungsgespräch. Sondern auf ein stark hinterfragendes Gespräch, dass versucht die grundlegende Persönlichkeit des einzelnen Bewerbers herauszuarbeiten. Ergänzend zum Interview wird seit zweieinhalb Jahren ein psychologischer Eignungstest durchgeführt. Friedemann Stracke, Leiter der Abteilung Recruiting:

Friedemann Stracke: Dieser Predictive Index ist ein sehr altes Verfahren, hat jetzt gerade in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen, ist in Deutschland so gut wie unbekannt. Das Verfahren ist in Amerika entwickelt worden Mitte der 50er Jahre. Ist über mehrere Jahre validiert worden, wird auch ständig dran gearbeitet und das ist eben der Charme auch dieser Geschichte, dass man es sehr kurz machen kann und trotzdem ist es ein gründliches Verfahren.

Sprecherin: Der Test misst vier sogenannte „Persönlichkeitskonstrukte“. Darunter die sogenannte „Dominanz“, also den Antrieb, Einfluss auf Personen oder Ereignisse auszuüben. Oder auch die „Extraversion“, der Antrieb nach sozialer Interaktion mit anderen Menschen.

Friedemann Stracke: Man kann Hinweise bekommen auf entsprechende Führungsausprägungen, auf die Entscheidungsfähigkeit einer Person, ob es ihr leicht oder schwer fällt zu entscheiden. Man kriegt oft zwischenmenschliche Talente, wie stark jemand in der Kontaktfähigkeit ist, wie stark jemand im Durchsatz ist. Das Aktivitätsniveau einer Person wird deutlich, die Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt einer Person. Und im Grunde ist es letztendlich die Möglichkeit die Charakteristik eines Individuums zu erfassen.

[...]

Friedemann Stracke: Die Menschen sind nicht mehr trainiert, sich wirklich mit dem anderen zu beschäftigen. Und wenn das verloren geht, verlässt man sich stärker auf irgendwelche Instrumente, je umfassender, desto besser - was ja auch nicht stimmt. Und deshalb wird in vielen Fällen für teure Instrumente sehr viel Geld ausgegeben und am Ende werden zwei Verlierer produziert. Der Bewerber wird nicht schlauer. Und das Unternehmen hat auch keine gute Lösung dadurch.

Quelle: Text des Verlages

 

 

 

 


Weitere Beiträge zum Themenbereich:

Go to top