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Fragen-Geschichten

Ralf Besser Ralf Besser

Fragen-Geschichten

Ralf Besser

Geschichten erlebt jeder. Manche winden sich aber so ereignisreich ins Leben, dass es sich lohnt, sie zu erzählen. In meiner beruflichen Praxis und im Privaten Umfeld hatte ich viele Situationen erlebt, in der Fragen sehr viel angestoßen haben. Davon gebe ich hier einige zum Besten. Das Schöne an den wahren Begebenheiten, dass sie nebenbei – gänzlich ohne Absicht – eine kleine Weisheit in sich tragen. Das habe ich jeweils unter ‚Ableitung‘ in einem Satz zusammengefasst. Wenn Sie mehr davon erfahren / erlesen möchten, dann gibt es dazu eine Veröffentlichung in meinem Verlag. Vielleicht inspirieren Sie diese beiden Erlebnisse ja bereits und Sie forschen nach eigenen Erlebnissen in Ihrem Alltag.

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Nur Zahlen

Ein guter Freund von mir ist Controller und in der Szene gut vernetzt. Man trifft sich regelmäßig, tauscht sich aus und bearbeitet Themen. So kam das Angebot an mich, einen Tag zum Thema „Controlling der weichen Faktoren“ anzubieten. Das war ein reizvolles Angebot und da es ein Freundschaftsdienst war, erlaubte ich mir zu experimentieren, um auch selbst einen Mehrwert aus dieser Veranstaltung zu ziehen. Als Dankeschön wurde ich am Abend zuvor zum Essen eingeladen. Das nahm ich gerne an und freute mich auf den einstimmenden Beginn. Da das Experimentieren für mich im Vordergrund stand, überlegte ich, wie ich schon am Abend das Thema bearbeiten konnte. Und es dauerte nicht lang bis mir eine Idee durch den Kopf schoss.

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Mein Freund stellte mich, wie ich ihn gebeten hatte, nur mit meinem Namen vor. Nachdem auch das kollegiale DU geklärt war, legte er alles weitere in meine Hände. Meine Idee war, die Controller in ihrer eigenen Welt abzuholen – und die bestand ja hauptsächlich aus Zahlen. Das nutzte ich für die Kennenlernrunde: „Danke für die Einladung. Ich freue mich auf den Tag morgen. Ich werde mich jetzt nicht vorstellen, sondern ihr könnt mir Fragen stellen, um zu erkunden, mit wem ihr es morgen zu tun habt. Allerdings ist es nur erlaubt mir Fragen zu stellen, die nur eine Zahl als Antwort zulassen.“ Das forderte die Controller und mich ebenso. Wir hatten viel Spaß, richtig klar wurde nichts, außer der Tatsache, dass ich kein Fußballfan bin: „Wie viele Fußballspiele von Werder Bremen hast du schon gesehen?“ –“0“.

Die Wirkung war aber genau wie beabsichtig. Allein durch Zahlen lassen sich viele Dinge nicht darstellen und verstehen. Das war mehr als deutlich geworden. So hatte ich die wesentliche Botschaft des kommenden Tages bereits indirekt ausgesprochen und dazu meine Vorgehensweise angekündigt: Es wird ungewöhnlich.

Eine mögliche Ableitung - ein kleiner Impuls:

Spiegel die Muster deiner Zielgruppe und spiele damit konstruktiv. Es ist wirklich bereichernd, mit dem zu arbeiten, was die Menschen unbewusst anbieten. Überraschend bereichernd.

Die laufen nur

Der letzte Tag unseres Urlaubs in Koblenz. Die Stadt war soweit erkundet und es entstand die Idee ins Kino zu gehen. Na ja, die Ankündigungen der Filme des Lichtspielhauses rissen uns nicht gerade vom Hocker. Die Wahl fiel auf einen Zeichentrickfilm: ‚Ich – Einfach unverbesserlich 2‘.

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Vielleicht war das ja etwas, auch wenn … Mit dieser Grundskepsis fragte ich die Dame an der Kasse: „Worum geht es in dem Film?“ Ich bekam keine Antwort, stattdessen reichte sie die Frage sogleich an einen Kollegen weiter, der unbeteiligt im Hintergrund des Kassenbereiches saß. Todernst fragte sie: „Hat er eine Handlung?“ (Welch überraschende Übersetzung meiner offenen Frage in eine sinnvoll geschlossene Frage!)

An dieser Stelle könnte die Erzählung bereits enden – aber nein, sie geht noch weiter. „Nee, die laufen nur hin und her.“ (Welch tiefgreifende offene Antwort auf eine geschlossene Antwort!)

Wir entschieden uns, den Film nicht zu schauen.

Eine mögliche Ableitung - ein kleiner Impuls:

In einfachen, direkt ausgesprochenen Antworten von scheinbar ‚einfachen Menschen‘ steckt häufig eine tiefe Weisheit.

Dumme Frage

Die Weiterbildungsmesse didacta. Zum ersten Mal hatte ich die Möglichkeit im Rahmen des „TrainerCafés“ einen halbstündigen Impuls mitten auf einer Messe zu geben. Mein Thema: „Transfer-Evaluation“. Ich war bereits morgens zugegen und konnte mir in aller Ruhe anschauen, wie andere Trainer das bewerkstelligen. Es gab eine kleine Bühne und die Möglichkeit PowerPoint-Folien zu präsentieren. Die Zuhörer sind die Messegäste. Und das war das ‚Problem‘. Ich konnte beobachten, dass sie an den Themen kaum Interesse hatten, an dem Vortragsbereich vorbei gingen und sich an den Bistrotischen einem Gespräch mit einem anderen Messegast bei einer Tasse Kaffee widmeten. So standen nicht wenige Trainer einsam auf dem Podest, hielten ihren Vortrag in aller Einsamkeit und keiner hörte zu.

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Dieses Schicksal sollte mich am Nachmittag nicht ereilen. Die Zeit des Grübelns dauerte nicht lang bis ich eine gute Idee hatte, das Publikum für meinen Beitrag zu interessieren. Ich hatte etwas zum Verlosen dabei und begann meinen Input, noch gänzlich ohne Zuhörer, mit folgenden Worten: „Ich beginne mit meinem Beitrag erst dann, wenn diese beiden Preise verlost sind. Nicht das Glück entscheidet, sondern die intelligent dümmste Frage zum Thema Evaluation!“ So konnte ich auf den erstbesten Messegast zugehen und ihn um solch eine Frage bitten. Natürlich erschien sie mir noch nicht ‚dumm‘ genug und so ging ich von Gast zu Gast. Humor entstand ganz nebenbei, die Aufmerksamkeit stieg, bis schließlich Helga Scholz mit der genial dummen Frage „Was bleibt von der Evaluation übrig, wenn die Evaluation evaluiert wird?“ den Preis gewann. Fünf Minuten Zeit verstrichen dafür und ich hatte die Aufmerksamkeit der Messegäste und konnte mit meinem Thema beginnen.

Eine mögliche Ableitung - ein kleiner Impuls:

In ‚intelligent dummen Fragen‘ schlummert öfters, als man vielleicht denkt, ein noch nicht gehobenes Potential.

Literatur

Das kartenheft „Wirkung von Fragen und Antworten - 33 erhellende Geschichten mitten aus dem Leben“, 15,- Euro, zu beziehen über:

mail@besser-wie-gut.de

 

Der Autor: Ralf Besser, Dipl.-Ing.

Prozessbegleiter in Unternehmen - auf der Suche nach Wirksamkeit: Menschen für sich und für das Unternehmen bewegen. Veröffentlichungen: „Interventionen, die etwas bewegen“ im BELTZ-Verlag, „Das Gehirn“, „Neurodidaktik“, „Lernen im Alter – wie sich das Gehirn verändert“, „Personalentwicklung im Spiegel der Hirnforschung“ „Transfer-Evaluation“ im Verlag ‚besser wie gut‘

Kontakt:
besser wie gut GmbH
Beratung-Training-Tagungshaus
Dipl.-Ing. Ralf Besser
Upper Borg 147, D-28357 Bremen
Tel. 0421-275840, Fax 0421-2769040
mail@besser-wie-gut.de
www.besser-wie-gut.de 

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