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Konkurrenz um Sach-Kompetenz: Gruppe meutert, was tun? - ALPHA PLUS-Profile

Harald Hauschildt Dr. Harald Hauschildt

Gruppe meutert, was tun?

Konkurrenz um Sach-Kompetenz - ALPHA PLUS-Profile

Dr. Harald Hauschildt

Sie kennen die Situation? Trainer Frohgemut will gerade beginnen, da kommt es anders als gedacht. Widerstand regt sich! - Warum? Und was nun? Viele Gründe - viele Lösungen: Das macht es nicht einfach…

Kompetente TrainerInnen erkennt man daran, dass sie mehr können, als Teilnehmer in drei oder vier „Typen“ einzuteilen und mehr beherrschen als 0-8-15-Techniken für „Typen“. Sie beherrschen die Moderations-Kunst, a) früh und sensibel die ersten Störsignal wahrzunehmen, b) aus dem Verhalten auf die das Verhalten bewirkenden Persönlichkeits-Merkmale zu schließen, c) die Entwicklungs-Tendenzen beim „Störer“ und d) der Gruppe vorauszusehen und sowohl die e) individuell auf den „Störer“ zugeschnittenen Re-Aktionen zu zeigen als auch f) die situativ geeigneten Gruppen-Interventionen wirkungsvoll einzusetzen („moderare“ = „mäßigen“, „steuern“, „lenken).

Vier Checks sind es, denen jede(r) Vor-Tragende ausgesetzt ist:

(A) Authentizität: Ist das Verhalten aufgesetzt oder echt, der Persönlichkeit entsprechend?
(B) Respekt: Wird der Teilnehmer ernst genommen, beachtet, respektiert und einbezogen?
(C) Können: Sind Fach-, Sach-, Methoden-, Handlungs- und Zielgruppenkompetenz ok?
(D) Souveränität: Wie unangefochten wird die Situation gemeistert: eigene oder „Amts“-Autorität?

Betrachten wir die Wahr-Nehmungen

I) Trainer: Wie übereinstimmend ist das Selbst-Bild im Vergleich zum vermuteten Fremd-Bild, dass die Teilnehmer vom Trainer haben?
II) Wie sind die tatsächlichen Fremd-Bilder der Teilnehmer vom Trainer?
III) Welche Struktur und Dynamik ist der Gruppe der Teilnehmer zu eigen, welche Rollen(-Inhaber) machen sich bemerkbar, wie stabil sind sie und welche Persönlichkeits-Anteile zeigen sich als Reaktion auf den Trainer?

Drei Konkurrenz-Ebenen sind erwartbar, wenn sich Widerstand regt: Konkurrenz 1) in der Sache, 2) um die Führung, 3) um die Gunst anderer.

Zu 1) Wissens-Konkurrenz/GAMMA-Konkurrenz (siehe Abbildung): Ein Teilnehmer ist mit der Sachdarstellung nicht einverstanden, stellt diese in Frage oder „weiß es besser“ und kommuniziert das penetrant in rechthaberisch-beharrlich-nüchterner Sachlichkeit - unpersönlich mit unlebendig-undynamischer Stimme in beweisbeflissener langatmiger Fakten-Darlegung (hier zeigen sich im ALPHA PLUS PROFIL (APP) GAMMA-Anteile mit ALPHA-Beimischung). Ohne Einfühlungsvermögen, dass er/sie den Ablauf stört, aber gleichwohl gefühlsorientierte (s. BETA-Anteile) Formulierungen verwendend wie: „… habe das Gefühl… sehe ich anders… schmeckt mir nicht… klingt gut“. (s. NLP)

Angemessene Re-Aktionen

Es kommt entscheidend darauf an, den „Störer“ zwar als GAMMA-“Typ“ („Blau“) wahrzunehmen - das ist quasi sein Grundton - jedoch auch zu realisieren, dass der „Störer“ 

a) tatsächlich nur an der Sachklärung interessiert ist (die „Sache“ ist also kein Vorwand) und

b) relativ leicht von der Gruppe zu isolieren ist: Bei wertschätzend-sachlicher Reaktion (B) und (C) besteht keine Gefahr der Instabilisierung der Gruppe, da der „Störer“ keinen generellen Führungs-Anspruch erhebt (D), er sendet nur wenige Ego-Signale (siehe geringe Dominanz bzw. ALPHA).

c) bei respektvoller Trainer-Reaktion (B) nicht von anderen Teilnehmer unterstützt wird.

Er ist eher ein Einzelgänger (viel GAMMA bei wenig BETA). Der Trainer muss allerdings sehr darauf achten, dass er seine Souveränität (A) nicht in Frage stellt: Dann liefe er Gefahr, dass ein anderer Teilnehmer mit vielen ALPHA-Anteilen („Rot“) die „Gunst der Stunde“ - Führungsschwäche (D) – nutzt und „das Zepter in die Hand nimmt“.

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Das Profil des „Störers“ in der Abb. ist eher das eines Außenseiters, der bei unpassender Trainer-Reaktion in die Einzel-Oppositions-Rolle gehen wird - jedoch auch die Option zur Führung einer Oppositions-Gruppe hat (s. Initiativkraft, Schnelligkeit, Gefühlsorientierung, positive (mitreißende) Grundstimmung und die zwar nicht große, je nach Gruppendynamik aber ausreichende Ausprägung von ALPHA und BETA. hat.

Wenn der Trainer Jedoch hinsichtlich der vier Checks (A) bis (D) überzeugt, dann gewinnt er in dem „Störer“ eine sachlich interessierte (GAMMA) und mental stabile (DELTA) Stütze im Gruppenprozess, deren Optimismus ihm dienlich ist (s. DELTA, bes. Positive Grundstimmung).

Wenn der Trainer jedoch versuchen sollte, durch Betonung seiner formellen Autorität als mit der Seminarleitung beauftragter Trainer „die Situation zu retten“, dann würde seine informelle Autorität (D) Schaden nehmen: Er wäre auf die formelle Amts-Autorität angewiesen, hätte keine freiwillige Gefolgschaft mehr, sondern allenfalls eine „qua Amt“ - und das würde zu einem Desaster führen und kann Auftrags-Stornierung bewirken…! .

Denn der „Störer“ würde - je nach „Profil“ und damit der Ausstrahlung des Trainers - eher nicht „klein bei geben“ – und würde mit einiger Wahrscheinlichkeit Unterstützung in der Gruppe finden (Solidarität durch BETA, Umsturzversuche durch ALPHA). Der „Störer“ würde entsprechend seiner hohen Gefühlsorientierung die Gefühle auch der anderen Teilnehmer mobilisieren können und wäre durch sein geringes Einfühlungsvermögen in die Situation und dem Anliegen des Trainers mit diesbezüglichen Appellen kaum zu stoppen...

Anbieten würde sich dagegen eine wertige Ankündigung des Trainers, das Anliegen des „Störers“ später zu behandeln: „Dieser Aspekt scheint mir so wichtig, dass ich ihn gern im Zusammenhang mit einigen weiteren, zu denen wir noch kommen werden, erörtern möchte. ….“ Auch eine vorherige Isolation des „Störers“ kann in Frage kommen: „Wer interessiert sich sonst noch für diese Frage und würde lieber hierfür Zeit verwenden als für…“ Oder Verbündeten-Politik mit einem BETA-Teilnehmer: („Stimmen Sie mir zu, dass…“) oder einem ALPHA-Teilnehmer: („Ist das wirklich jetzt zielführend…) oder einem GAMMA-Teilnehmer („Wenn wir das Pensum…“).

Der Trainer sollte vermeiden, unnötig in die „Schusslinie“ zu geraten, sondern die Gruppe intelligent einbeziehend steuern. Das kann er umso erfolgreicher, je besser er seine Wirkung einschätzen kann: Selbstkenntnis, korrigiert um die Selbsttäuschungs-Tendenzen, zu denen 4 von 5 Personen neigen (s. die beiden Kurven im Kreis--Profil: dünn = subjektives (schöngefärbtes) Selbstbild; dick = objekt. Realbild (Echtbild)). Das ist wichtiger als das subjektive Selbst-Bild, da es Verhaltens- und Entscheidungs-Fehler verhindert und die Menschenkenntnis erhöht. In der Abbildung, sind Persönlichkeits-Anteile dargestellt (analog Big Five: hier 4 Anteile).

Je mehr Ausprägung eine Komponente hat, desto häufiger und stärker ist das dadurch geprägte („typische“) Verhalten - je geringer, desto seltener und schwächer ist das dann „untypische“ Verhalten.

Was „typisch“ ist: In der Grafik ist ein Beispiel für eine starke GAMMA-Bezogenheit bei geringen ALPHA- und BETA-Anteilen und relativ hohem Mental-Anteil (bei starker GAMMA-Ausprägung relativ selten).

Normalerweise sind die verschiedenen Persönlichkeits-Anteile ALPHA, BETA und GAMMA in größeren Gruppen etwa gleich verteilt. Wichtig ist, dass der Trainer authentisch UND flexibel alle drei Anteile repräsentiert - und dadurch jedem Teilnehmer in seiner Persönlichkeit und seiner Verhaltens-Disposition das Gefühl gibt, verstannden zu werden.

Allseitige Motivation und Chancengleichheit fördert maximale Leistung, der Einzelnen und der Gruppe (Synergie-Effekte), Gut austarierte Gruppen haben eine hohe Selbst-Steuerungs-Tendenz mit Rollen-, Struktur-, Prozess- und Führungs-Stabilität.

Der Autor:

Dr. Harald Hauschildt: Ideengeber und Spiritus Rector der Entwicklungen der ALPHA PLUS-Profile. Die Innovations-Kompetenz seines Teams wurde mit der „Urkunde Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft“ gewürdigt unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie. Mehr als 30jährige Erfahrung als Trainer, Coach, (Personal-)Berater. Diverse Zusatz-Qualifikationen (u.a. NLP-Master). Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Bonn, Dipl.-Ing., Promotion mit sehr gut/ summa cum laude. Sachverständiger für den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung, Forschungsaufträge und wissenschaftliche Gutachten an der Universität Bonn, Institut für Marktforschung und Wirtschaftssoziologie: u.a. Ziel-Mittel-Analysen, Sozialpolitik-Analysen. Zusatz-Studium Pädagogik und Psychologie.


Seminare und Partner-Angebot: www.alpha-plus-profile.ch

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