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Archetypen der Seele®: Ängste – unsere Antreiber

Marion Lockert Marion Lockert

Archetypen der Seele - Spiritualität im Business

Ängste – unsere Antreiber

Marion Lockert

Meine Arbeit als Trainerin und Coach wird seit einigen Jahren durch das Modell der Archetypen der Seele® bereichert. Nach der Einführung in dessen Denkwelt im letzten TrainerJournal werde ich nun verschiedene Aspekte des Modells vorstellen und über meine Erfahrungen damit berichten. Vielleicht kann ich Sie zu ein paar ungewöhnlichen Sichtweisen inspirieren – für neue Impulse.

Das Modell

Wir sprechen häufig von einer „Seele“ – doch haben die wenigsten eine klare Vorstellung davon, was das eigentlich ist. Ein umfassendes Modell der seelischen Struktur bieten die Archetypen der Seele®. Aus 49 möglichen Komponenten bildet sich nach dieser Typologie für jedes Individuum eine 7-teilige Persönlichkeitsmatrix, die unsere Seele für ihr Wachstum nutzt. Eine wichtige
Komponente davon ist unsere Angststruktur.

Der Fall

Mein Coachee Herr L. ist ein Kollege - einer von der reflektierten Sorte. Er stellt einen besonders hohen Anspruch an seine Kompetenz. Zu seinen Teilnehmern gelingt es ihm leicht, Rapport aufzunehmen, und er ist sehr einfühlsam. Ein Trainer mit Herzblut!

Schwierig wird es für ihn, wenn es um Honorarverhandlungen geht und wenn in seinem Trainerteam Aufgaben verteilt werden sollen. Die teils zähen Verhandlungen mit Kunden rauben ihm viel Kraft und lassen ihn schlecht schlafen. Er hat natürlich als versierte Rhetoriker kluge Ideen – hinterher! In der Gesprächssituation jedoch hat er alle zurecht gelegten Strategien vergessen und fällt es ihm schwer, sich durchzusetzen.

Als Coaching-Ziel nennt er Förderung seines aggressiven Potentials und mehr Kampfesmut. Er möchte im positiven Sinn „egoistischer“ werden. Ein Ziel, das ihm ein Lächeln, aber kein Strahlen aufs Gesicht lockt. Der Ökocheck (NLP-gebildeten Coaches wohl bekannt), ergibt folgerichtig immer wieder ein Unwohlsein, das vom Coachee nicht konkret benannt werden kann.

Archetypenansatz liefert neue Ansatzpunkte für schwierige Fälle

Die Analyse seiner Glaubenssätze zeigt Über­zeugungen wie
  •       „Man soll sich nicht so wichtig nehmen“
  •       „Harmonie steht über allem“
  •       „Wenn ich kämpfe, verliere ich das Wohl­wollen der Anderen.“

Ich setze verschiedene Interventionen ein, füge z.B. Ressourcen hinzu, wir stellen auf, machen Glaubenssatzarbeit mit Submodalitäten, Klopftechniken, Timeline – jedes Mal geht L. gestärkt aus dem Coaching, und jedes Mal fällt er kurze Zeit später in alte Muster zurück.

Erst der Blickwinkel aus dem Archetypen­ansatz konnte entscheidende neue Impulse geben. Im Archetypen-Modell wird von einer Seelenprägung ausgegangen, die man nicht verändern kann. Die Angstmuster spielen dabei eine besonders intensive Rolle. Sie dienen dazu, durch Auseinandersetzung unsere Bewusstseins- und spirituelle Entwicklung voranzutreiben. Und dafür „zwiebeln“ uns unsere Ängste zuweilen ganz schön stark!

Die 7 Universellen Angstmuster 

1. Angst vor Unzulänglichkeit äußert sich in Selbstverleugnung
Pole: - unterwürfig + bescheiden
2. Angst vor Lebendigkeit äußert sich in Selbstsabotage
Pole: - selbstzerstörend + aufopfernd
3. Angst vor Wertlosigkeit äußert sich in Märtyrertum
Pole: - selbstbestrafend + selbstlos
4. Angst vor Unberechenbarkeit äußert sich in Starrsinn
Pole: - verbissen + entschlossen
5. Angst vor Mangel äußert sich in Gier
Pole: - unersättlich + selbstzufrieden
6. Angst vor Verletztwerden äußert sich in Hochmut
Pole: - selbstgefällig + stolz
7. Angst vor Versäumnis äußert sich in Ungeduld
Pole: - unduldsam + waghalsig

Das Angstmuster und seine Formen im Alltag

Wie funktionieren diese Angstmuster, die jeder Mensch in sich trägt? Unser Muster ergibt sich aus der Kombination von 2 der 7 universellen Energien. Unsere „Hauptangst“ ist jene Angst, die sich vorwiegend in öffentlichen Zusammenhängen manifestiert. Unsere „Nebenangst“ wird dagegen in nahen Beziehungen spürbar. (Das erklärte auch, warum manche TN in Seminaren zwischen „beruflich“ und „privat“ unterscheiden.)

Von den 7 Ängsten, wie sie im Kasten auf­geführt sind, hat mein Coachee als Hauptangst die „Angst vor Unzulänglichkeit“, die sich als „Selbstverleugnung“ präsentiert. Sie macht sich spürbar als tiefe innere Verunsicherung über die eigene Kompetenz. Perfektionismus soll dem entgegenwirken, doch ein „gut genug“ gibt es für den Menschen mit der Angst Nr. 1 nicht. Auch sind für ihn die Bedürfnisse und Anliegen der anderen Menschen immer wichtiger als die eigenen –ungünstig, wenn um Ergebnisse gerungen werden soll, wie z.B. bei Honorarverhandlungen.

Seine Nebenangst ist die Angst Nr. 3: „Die Angst vor Wertlosigkeit“, die sich als „Märtyrertum“ zeigt. Der Märtyrer versucht, seinen Wert durch Aufopferung zu beweisen. Er lässt andere über seine Grenzen gehen und gibt sein Letztes, nur um seinen Wert den anderen, aber vor allem sich selbst zu beweisen.

Alle Ängste haben ihre besonderen Tücken: Dadurch, dass sie eine gesellschaftlich als Tugend deklarierte Seite („Plus-Pol“) haben, der uns diese Angst als erstrebenswert vorgaukelt, verharren wir leicht in seinen angeblich „positiven“ Verhaltensmustern.

Zum Beispiel zeigt sich die „Angst vor Unzulänglichkeit“ (Angst Nr. 1) in diesem Pol als Bescheidenheit, die Angst Nr. 3 als „Selbstlosigkeit“. So tugendhaft, das haben wir gelernt, sollen wir sein – dann werden wir belohnt. Ist das in unserem Glaubenssystem verankert, kommt kein Ökocheck dagegen an.

Was tun?

Statt „wegmachen“ gilt eher: Beobachten und Balancieren. Als „Selbstverleugner“, der sich im inneren Dialog gerne klein und die Anderen groß macht, hilft oft ein kleiner Trick. Auf einen der typischen Gedanken wie „Wenn ich jetzt widerspreche, ernte ich Ablehnung!“ lassen Sie einfach folgen: „...aber das glaube ich nur!“ Und schnell beginnt Ihr System, sich zu entspannen.

Meinem Coachee jedenfalls fiel es auf diese Art leichter, sich zu verstehen und seine Angst als zu sich gehörig anzunehmen. So gelang es ihm auch, einen wesentlichen Stressfaktor, nämlich das Sich-Verurteilen, loszulassen. Er konnte nun leichter auf „Meta“ gehen und - seine Angst beobachtend - unabhängiger von ihr agieren!

Sie wollen mehr über diesen besonderen Umgang mit Ängsten wissen? Das unten angegebene Buch schildert die Angst-Untertypen mit der entsprechenden Art des Umgehens – eine Bereicherung für Berufliches und Persönliches!

Literaturempfehlung

Dr. Varda Hasselmann, Frank Schmolke, Die 7 Archetypen der Angst. Goldmann-Verlag 2010

Die Autorin

Marion Lockert, Trainerin für Entfaltung von Führungskraft und Persönlichkeit, NLP-Lehr-Coach, ist Leiterin des „TT-Forschungskreises Archetypen der Seele – Spiritualität im Business“. Seit 16 Jahren intensiv mit diesem Modell verbunden, ist sie zudem von Hasselmann/ Schmolke persönlich als Matrix-Aufstellerin autorisiert und empfohlen.

Kontakt

Marion Lockert Institut
Richard-Wagner- Str. 11
30177 Hannover

Tel. 0511-76351690
Fax 0511-763 51 69-4

ml@marion-lockert-institut.de
www.marion-lockert-institut.de

 

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