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Neuer Start als Berater: Der Aufbau von Klientengruppen

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Neuer Start als Berater

Der Aufbau von Klientengruppen

Erwin Seyfarth

Sowohl große Beratungsfirmen als auch Einzelberater sind letztlich Wirtschaftsunternehmen, die immer wieder neue Aufträge brauchen. Vereinzelt erteilte Aufträge von wenigen Kunden können heute nicht mehr die Grundlage für die Existenz einer Beratungspraxis sein. Gesucht wird der kontinuierliche Auftragsfluss, der das Fachwissen voll zur Geltung bringt. Dieses Kriterium wird vom Konzept der Klientengruppen von optimal erfüllt. Sie kann von Beratern, Trainern aber auch von jedem beliebigen Spezialisten aus nahezu jeder beruflichen Situation heraus gestartet werden. Mit einem konkreten Angebot bietet Erwin Seyfarth Hilfestellung bei der Multiplikation seines Konzeptes an.

Die Engpässe des Seminarbetriebs

Für die Fachzeitschrift „druckwelt“ hielt Erwin Seyfarth 1984 Seminare für die Druckindustrie ab. Die dabei erworbenen Erkenntnisse nutzte er als Basis für eine Marktnische, die ihm bis heute kein Konkurrent streitig machen sollte.

Eine Erkenntnis aus seinen damaligen Seminaren lag darin, dass es sehr mühselig ist, immer wieder aufs Neue Teilnehmer für ein Seminar zu gewinnen. Dabei sahen viele potenzielle Teilnehmer, die sich eigentlich für das angebotene Thema interessieren sollten, einfach keine Notwendigkeit, just dieses Seminar zu besuchen.

„Damals habe ich abgeleitet, dass die Themen in meinen Arbeitskreisen grundsätzlich von den Teilnehmern gemacht werden sollten“, erklärt Seyfarth. „Damit ist sichergestellt, dass alle Themen, die wir in den Arbeitsgruppen behandeln wirklich authentisch und aktuell sind, von den Teilnehmern getragen werden und dass jeder drankommt.“

Seyfarth begann also, ein neues Produkt zu entwickeln, das den Teilnehmern einen höheren Nutzen und ihm eine regelmäßige Auslastung und ein kalkulierbares Einkommen bringen sollte. „Im damaligen Seminar für die Fachzeitschrift wollten sich einige Teilnehmer nicht zu betriebsinternen Sachverhalten äußern, weil Wettbewerber im Raum waren“, so Seyfarth.

„Ich habe dann in Einzelgesprächen herausgefiltert, dass durchaus Interesse an einer modifizierten Weiterführung der Veranstaltung besteht, wenn ich Wettbewerbsfreiheit garantieren kann.“ Die Anwesenheit der Konkurrenz führte regelmäßig zu Querelen und Feindseligkeiten, schmälerte damit das Potenzial des aus den Seminaren zu gewinnenden Nutzens. Auch dieses zwangsläufige Problem eines regional durchgeführten, branchenspezifischen Seminars sollte gelöst werden:

Konkurrenzausschluss als Innovation

Mit der von ihm geschaffenen Institution „Strategie-Arbeitskreis“ warb er bundesweit für eine Arbeitsgruppe, deren Teilnehmer - obwohl ausschließlich aus der Druckindustrie - keine Wettbewerber sein durften. Schlagzeile damals und heute: „Die wirklich brennenden Themen der Druckereien unter Konkurrenzausschluss diskutieren und Lösungen finden!“

Schon bald ergab sich die Situation, in der ein neuer Interessent feststellte, dass die Konkurrenz schon in der Gruppe vertreten war. „Da musste ich ihm eröffnen“, erzählt Seyfarth, „dass er in dieser Gruppe nicht mitmachen könne. Aber wir gründeten einfach eine neue Gruppe. Und dort stand er dann in der Hierarchie an erster Stelle.“

Das heißt., das er und die später dazu kommenden Mitglieder immer gemeinsam und einstimmig beschließen, wer als nächstes Mitglied aufgenommen wird. Damit ist der Konkurrenzausschluss in jeder Gruppe sichergestellt. Mit diesem Prinzip war der Grundstein für die Expansion gelegt. Inzwischen betreut Seyfarth fünf Klientengruppen mit insgesamt rund 50 Druckereien.

Planbare Geschäftsentwicklung

Bei regelmäßig zwei Treffen pro Jahr macht dies 10 Veranstaltungen. Das bringt Einnahmen von durchschnittlich rund 8.000 Euro pro Veranstaltung und ergibt einen Jahresumsatz vom 80.000 Euro. Dieser ist auf mindestens 18 Monate hinaus gesichert.

„Wer kann denn heute noch seine Geschäftsentwicklung 18 Monate im Voraus bestimmen?“ fragt Seyfarth. „Der landläufige Berater kann das nicht, arbeitet von Quartal zu Quartal, wenn es gut geht...! Und er ist dauernd auf der Suche nach neuen Aufträgen. In der Regel habe ich ein laufendes Jahr bereits zu seinem Beginn fertig durchgeplant und beschäftige mich ab Jahresmitte mit der Terminplanung des folgenden.“

Das Cluster als Kundenmagnet

Die Idee besticht durch ihre Einfachheit, wenn es auch in der Durchführung sicherlich ein gerüttelt Maß an Erfahrung braucht: Bis zu 12 feste Mitglieder einer Arbeitsgruppe treffen sich zwei Mal jährlich jeweils von donnerstagabends bis Samstagmittag. Alle Teilnehmer sind Inhaber oder Geschäftsführer einer Druckerei.

Eine solche Gruppe nennt Seyfarth ein „Cluster“, denn es ist eine Anhäufung von Menschen, die in verschiedener Hinsicht eine sehr hohe Ähnlichkeit aufweisen, z.B. hinsichtlich Branche, Firmengröße, Problem- und Aufgabenstellung etc. und möglichst auch hinsichtlich ihrer „Chemie“.

Der Ablauf: Was passiert in den Gruppen?

Jedes erfolgreiche System folgt gewissen Regeln. Es gibt unumstößliche Gesetzmäßigkeiten, die es zu dem machen, was es ist und von anderen Systemen unterscheidet. Dies gilt natürlich auch für das Seyfarth-System. Über die Jahre hinweg hat sich die Systemstruktur gefestigt und führt regelmäßig zu den erwünschten konstruktiven Ergebnissen für die Klienten.

In diesem Sinne ist der Ablauf der Strategiekreise in hohem Maße standardisiert. Dies gilt natürlich nicht für den Inhalt, der weitestgehend von den Teilnehmern bestimmt wird. Die Inhalte leben - ganz im Gegenteil - von der Aktualität, Veränderung und Lebendigkeit, die die betroffene Branche widerspiegeln.

Jeder muss etwas beitragen

Im Vorfeld des Treffens wird von jedem Teilnehmer ein Thema eingereicht. Dieses beschreibt einen seiner gegenwärtigen Engpässe. Z.B. die Frage „Investition oder Kooperation - was soll ich tun?“ oder „Wie kann ich DTP- und Datenservice als Akquise- und Bindeinstrument nutzen?“ oder „Wie viel Betriebsdatenerfassung brauche ich?“ etc.

Damit bestimmen die Teilnehmer den Inhalt der Veranstaltung. Natürlich kommt es vor, dass einem Teilnehmer erst mal kein Thema einfällt. Aber: „Dass jemand ohne Thema kommt, lasse ich nicht zu“, so Seyfarth. „Das würde heißen, dass er nichts Inhaltliches beiträgt und erwartet, dass ihm ein anderer etwas erzählt.“

Dies ginge jedoch erfahrungsgemäß immer mehr oder weniger am wirklichen Interesse der Teilnehmer vorbei und würde so den Wert der Veranstaltung schmälern.

Sollte einem Gruppenmitglied partout nichts einfallen, geht Seyfarth folgendermaßen vor: „Dann sage ich: ‚Herr Soundso, was quält Sie denn am meisten? Wo haben Sie den meisten Ärger gehabt?‘ - Und dann legt der los! Ärger hat jeder, Engpässe hat jeder.

Ich höre einige Minuten zu und sage: ‚Das können wir doch als Thema nehmen!‘ – ‚Oh ja!‘ sagt er: ‚Das nehmen wir als Thema!‘“ - Problem gelöst. Dieser Punkt ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, denn die anderen Teilnehmer sind immer sehr auf die Themen der Kollegen gespannt. Der Austausch mit den Kollegen über Themen, die einem auf den Nägeln brennen, darin liegt der große Nutzen dieser Art von Veranstaltungen.

Top-aktuelle Themen konkurrenzlos diskutieren

Dies bestätigt auch Herbert Bier, Geschäftsführer der Stieber Druck GmbH, seit zwölf Jahren Teilnehmer bei den Strategie-Treffen. Seine Gruppe bietet einen breiten Querschnitt durch das grafische Gewerbe. Aus ganz Deutschland treffen sich da Bogendrucker, Rollendrucker, Buchbindereien, Vorstufenbetriebe, Großdruckereien aber auch kleinere Betriebe mit zehn bis zwölf Mitarbeitern.

„Jeder hat natürlich ähnliche Probleme”, erzählt Bier, „die einen größere die anderen kleinere. Der größte Nutzen liegt darin, dass man offen reden kann. Wir konnten ja selber entscheiden, wer in die Gruppe aufgenommen wird. Da haben wir natürlich keine Überschneidungen in Richtung direkten Wettbewerber zugelassen, sonst hätten sich wieder alle bedeckt gehalten und das Ganze hätte keinen Mehrwert entwickelt.“

Wenn man heute im grafischen Gewerbe überleben wolle, müsse man immer wissen, was die Kollegen und der Wettbewerb technisch zu bieten hat und wie er im Markt auftritt, betont Bier. Und gerade der Freiraum, die Seminare mit selbst gewählten Themen zu gestalten, stelle sicher, dass immer etwas Aktuelles dabei wäre. „Erwin Seyfarth gibt die zu bearbeitenden Themen nicht vor“, erläutert Bier, „sondern verlangt von allen Teilnehmern ein Referat zum Thema ,X‘. Und da unterscheiden wir uns eben drastisch von einem ,Kaffeekränzchen‘.“

Alle Teilnehmer müssen sich vorbereiten, jeder bringt ein Thema mit, das ihn bedrückt oder das ihn einfach interessiert oder wo er Erfolg hatte. Dieses kann technischer Natur sein oder den Vertrieb betreffen - je nach Bedarf. Bier’s letztes Thema lautete: ‚Kosten senken über grafische Software‘.

Top-aktuell ist für den Insider z.B. auch die ‚Einrichtzeit von Maschinen‘. „In der Laufgeschwindigkeit sind wir physikalisch am Ende“, erklärt Bier. „Eines unserer Mitglieder hat nun weltweit als erste Firma ein neues System zur Optimierung der Einrichtzeiten eingesetzt. Das haben wir vor Ort besichtigt. Und das war für uns natürlich ein brennend interessantes und heißes Thema.“

Die Themen gehen also nie aus und reichen von der Personalpolitik über Technik, Maschinen, digitale Daten, Betriebsorganisation bis hin zu innovativen Konzepten wie Lebensarbeitszeitkonten usw. „Diese Themen werden heiß diskutiert und von den Kollegen aus der Gruppe erwartet man natürlich einen Input: Wie geht Ihr damit um? Habt ihr schon mal so einen Fall gehabt? etc.“ Bier klingt überzeugt.

„Und dann kommen plötzlich aus allen Ecken neue Ideen und wenn Sie nachher nur zwei, drei Dinge mitnehmen und das im Betrieb auch anwenden, hat sich das Ganze schon gelohnt. Wir haben z.B. unsere Monatssitzungen mit den Abteilungsleitern. Da werden dann die neuesten Impulse in die innerbetriebliche Praxis umgesetzt.“

Doch die reine Seminarzeit ist noch nicht alles, denn auch der Abend wird sinnvoll genutzt: „An der Hotel-Bar geht es dann weiter“, so Bier. „Das darf man nicht unterschätzen. Da wird meistens weitere zwei bis drei Stunden gefachsimpelt und diskutiert. Probleme und Lösungen werden erörtert. Das bringt natürlich auch einige neue Erkenntnisse.“

Auch nach zwölf Jahren steht Bier voll hinter dem Konzept der Strategiegruppe: „Also ich muss sagen, ich freue mich immer wieder auf die Seminare und auch mein Mitarbeiter. Ich gehe selten allein hin. Jeder kann ohne Mehrkosten ein oder zwei Mitarbeiter mitbringen. Diese Option nutzen wir natürlich.“

Organisation, Moderation und Strukturierung

Am Montag vor der Veranstaltung bekommt dann jeder eine Mail mit allen Teilnehmern und den jeweiligen Themen. Beim Treffen selbst wird die Reihenfolge der Themen durch die Teilnehmer bestimmt Dann bekommt jeder ein Zeitfenster von 20-30 Minuten, um über sein Thema zu referieren. Er stellt seinen Engpass dar. Die anderen hören zu. Seyfarth schreibt mit, strukturiert das Gesagte und lässt anschließend die Kollegen die Antworten dazu geben. Danach kommt das nächste Thema.

Seyfarth übernimmt dabei die Rolle des Moderators. Eigentlich muss er keine inhaltliche Kenntnis über die Themen besitzen.

„Da ist zum Beispiel ein Plakatdrucker”, führt er aus, „der macht sich Gedanken zur Umstrukturierung des Plakatversands. Berichtet über die ganzen Veränderungen bei den Anschlagflächen etc. Davon habe ich keine Ahnung, aber er weiß Bescheid und die Kollegen fragen ihn dann aus und helfen ihm aufs Pferd.“

Andere Themen sind z.B. ‚Erarbeiten von Marktnischen‘ oder 'Wo liegt der richtige Servicegrad?‘ oder ‚TTP mit Polyesterdruck-platten?‘ Immer wenn es um Marketing oder Strategie geht, kann Seyfarth auch inhaltlich wertvolle Beiträge leisten, wie etwa beim Thema: ‚Wie können wir als klassische Druckerei heute noch Neukunden gewinnen?‘

„Natürlich erwarten die Teilnehmer auch einen Beitrag von mir“, so Seyfarth, „in diesem Sinne bereite ich immer einen Themenschwerpunkt vor.“ Ein Thema war z.B. ‚Warum sind in schwierigen Zeiten die einen Druckereien erfolgreicher als andere?‘

Dabei kann Seyfarth 100% auf sein Strategie-Know-how zu-rückgreifen. „Und das Schöne dabei ist“, schmunzelt er, „ich muss das Thema nur einmal erarbeiten, kann es aber immer gleich acht Mal in den verschiedenen Gruppen verwenden.“ Das ist ein wichtiger Rationalisierungseffekt. Die Arbeitsleistung wird multipliziert. Hier gibt es eine geistige Rendite.

Das Unternehmen strategisch weiterentwickeln

Ein Teilnehmer, der schon seit 1986 vom Strategie-Arbeitskreis profitiert, ist Ernst-Herbert Ullenboom, Inhaber des Gronenberg Druck- und Medienservice. „Ich bin damals dazu gestoßen, weil ich mich von den Diskussionen um die Technik abkoppeln und mehr über Strategie unterhalten wollte. Für mich stellte sich nicht die Frage, wie ich drucke, sondern wie ich mein Unternehmen strategisch weiter entwickle“, sagt Ullenboom. Durch das Feedback der Gruppe konnte er sich schnell auf eine eng definierte Zielgruppe und deren brennendsten Probleme konzentrieren und so seinen Umsatz erheblich steigern.

„Der Arbeitskreis ist effektiver als jeder Unternehmensberater. Die geballte Kollegenkraft, die einen coacht, hat mich enorm weiter gebracht“, zieht Ullenboom ein positives Resümee aus fast 20 Jahren Strategie-Arbeitskreis. So konnte er mit Hilfe der anderen Teilnehmer unter anderem ein CMS-System perfektionieren, mit dem Zulieferer der Autoindustrie in der Lage sind, auf Knopfdruck einen Katalog zu erstellen.

Auch Matthias Rübelmann, Geschäftsführer des Druckhauses Beltz, ist begeistert von seinem Strategie-Arbeitskreis: „Ich konnte schon einige Anregungen gewinnbringend umsetzen. Es ist sehr effektiv, in diesem Rahmen neue Ideen auf den Prüfstand zu stellen — egal ob es um einen neuen Auftritt am Markt, eine neue Kampagne oder die Anschaffung neuer Maschinen geht.“

Rübelmann schätzt vor allem, dass er in dem geschützten Rahmen der Gruppe auch mal über heikle Themen wie Kennzahlen, Stundensätze oder die Budgetplanung für das kommende Jahr reden kann. „Auf lokalen Branchentreffs kann ich über solche Dinge nicht sprechen, da dort auch meine Konkurrenz anwesend ist.“

Und auch gegenüber den klassischen Unternehmensberatern sieht er die Klientengruppen klar im Vorteil. „Ein Consultant hat immer auch ein Eigeninteresse. Er will ja schließlich Geld verdienen.

Die Gruppe funktioniert wie eine Familie

„Diese Gruppen - manche existieren ja schon seit 20 Jahren - sind inzwischen wie Familien. Und es ist schön zu beobachten, wie sie miteinander arbeiten“, erzählt Seyfarth. „Was hast du denn für Maschinen? Welches Papier verdruckst Du? Können wir das nicht zusammen kaufen etc.“ Da gibt es über die Treffen hinaus eine Menge Synergieeffekte. Viele Teilnehmer wickeln z.B. gemeinsam Aufträge ab.

„Das Vertrauensverhältnis entsteht allerdings erst nach etwa zwei Jahren“, gibt Seyfarth zu bedenken. „Die Gruppe hat sich dann also ungefähr viermal getroffen. Sie wissen ja: Die einzige Konstante ist die ständige Veränderung. Und gerade die permanenten Veränderungen in der Außenwelt möchte man mit Berufsfreunden besprechen.“

Der Nutzen: Ein steuerbares und sicheres System

Der Nutzen des Systems für die Teilnehmer an den Klientengruppen wurde bereits recht ausführlich erläutert. Dies ist natürlich die Grundlage des Erfolges, denn ohne Kundennutzen braucht man sich über die weitere Ausgestaltung der Gruppen ohnehin keine Gedanken mehr zu machen.

Aber woher kommt die hohe Planungssicherheit des Systems? Warum ist es - einmal in Schwung gebracht - so gut steuerbar? Und welche Konsequenzen hat dies für den Inhaber, den Betreiber der Klientengruppen? - Im Folgenden werden diese Aspekte etwas ausführlicher beleuchtet.

Die Sache mit dem ‚stehenden Heer‘

Aus Seyfarth‘s Perspektive ist das System deshalb so vorteilhaft, weil er damit quasi ein „stehendes Heer“ geschaffen hat. Während normale Seminaranbieter jedes Mal von neuem „Rekruten“ anwerben müssen und so manches Seminar mangels Interesse abgesagt wird, greift Seyfarth immer auf seinen festen Teilnehmerstamm zurück. Dabei sind Seyfarths Klienten keineswegs vertraglich gebunden. Sie können jederzeit aussteigen.

Die Seminarkosten liegen für die Teilnehmer pro Treffen bei rund 900 Euro plus entsprechenden Hotel- und Reisekosten. Doch offensichtlich ist der Nutzen groß genug, dass sie dabei bleiben. „Alle meine Teilnehmer können rechnen“, so Seyfarth. „Und wenn sich das nicht für sie lohnen würde, würde ich sie garantiert nicht wieder sehen, geschweige denn über solch einen langen Zeitraum hinweg.“

Die Regel ist einfach: Wer zu einem Termin nicht kommt, zahlt trotzdem. Tut er das nicht, ist er draußen. Diese Maßnahme ist schon aus Solidarität gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern nachvollziehbar und verlangt immer wieder ein klares Bekenntnis zur Gruppe. Durch diese Zahlung bleibt dann auch das Stimmrecht hinsichtlich neuer Mitglieder erhalten.

Seyfarth konnte sich durch dieses Konzept ganz klar von anderen Beratern abgrenzen und eine erfolgreiche eigene Nische entwickeln. „Ich hatte immer die Sorge, dass es jemand nachmachen würde“, gibt er zu, „das konnte aber keiner, da niemand das Innenleben dieses Systems erkennen konnte.“

Klientengruppen als unsinkbares Schiff

Am liebsten vergleicht er sein Unternehmen mit einem Schiff. Um dieses vor dem Sinken zu bewahren, gibt es verschiedene Luftkammern, die streng voneinander getrennt sind. „Das Wesentliche meines Schiffes“, so führt er aus, „das hat sich in den letzten 20 Jahren herausgestellt, sind die Luftkammern. Und das Wichtigste ist, dass diese einzelnen Luftkammern, absolut voneinander getrennt sind.“

Sein Schiff hat acht Luftkammern. Das sind seine acht Arbeitsgruppen, seine acht Cluster. Diese kann man völlig getrennt voneinander ‚rauf- oder runterfahren‘ und ggf. entsprechenden Schwund, aufgrund von Insolvenzen, Unternehmensverkäufen, Altersgründen usw. durch entsprechende Werbemaßnahmen wieder auffüllen.

„Ich fühlte mich also wie der Kapitän und der Reeder meines Schiffes“, so Seyfarth. „In den 80 Firmen herrscht natürlich eine permanente Bewegung: manchmal über Kreuz, manchmal parallel, manchmal passiert viel oder gar nichts. Aber durch die Trennung der Kammern war ich immer der Einzige der das wusste, konnte so vom Wissen aus den anderen Gruppen profitieren und konnte das System zum Nutzen meiner Klienten allein beherrschen.

In diesem Zusammenhang müssen Sie wie ‚Moses vom Berg‘ kommen und die Gesetze gleich mitbringen“, empfiehlt er. „Wenn nicht Sie die Leitlinien für eine solche Gruppe machen und kontrollieren, dann passiert auch nichts. Sie sind der Geschäftsführer der Gruppe und für die Ergebnisse verantwortlich. Inhaltlich und finanziell.“

„Was hier geschieht, bezahlt Ihr!“

Ein wichtiger Erfolgsfaktor liegt natürlich in der Positionierung seines Produktes. Bereits diese enthält die grundlegende Abgrenzung zum klassischen Berater, der hauptsächlich von Beratungsaufträgen lebt. „Das Prinzip ist einfach: ‚Das was hier geschieht, das bezahlt Ihr‘.“

Seyfarth bringt es auf den Punkt: „Dies ist keine Werbeveranstaltung mit der Hoffnung auf Beratungsaufträge. Die Veranstaltung selbst stellt bereits den Wert, den Nutzen für die Teilnehmer dar. Für diese ist es ungemein wertvoll, Teil dieses Clusters zu sein und sich mit Kollegen auszutauschen, mit denen sie nicht im Wettbewerb stehen.“

Ein weiterer Vorteil des Seyfarth-Systems liegt in der Möglichkeit, die wesentlichen Abläufe in einem hohen Maße zu standardisieren. So beschäftigt Seyfarth nur eine Mitarbeiterin, die im Rahmen einer Halbtagsstelle die gesamte Organisation intern und mit den Hotels steuert.

Eine Menge von Unterlagen, wie z.B. die Einladungen, können bereits lange vor den Terminen vorgearbeitet werden. Ein Planungszyklus läuft immer über 18 Monate.

Konkreter Nutzen für eine konkrete Zielgruppe

„Managementlehrer Prof. Wolfgang Mewes wiederholt ständig, man müsse einer konkreten Zielgruppe einen konkreten Nutzen bieten. Das habe ich mir immer zu Herzen genommen“, so Seyfarth. „Und eine konkrete Zielgruppe ist für mich immer mit einer Adresse verbunden.“ So sammelte er im Laufe der Jahre 8.000 Adressen von Druckereien.

„Ich habe nie Werbung für mich, sondern immer für meine Institution gemacht“, so Seyfarth „Praktisch heißt das, regelmäßig 4.000 Aussendungen im Sinne einer Zielgruppen-Kurzbewerbung. Aufgrund von Anfragen werden die Leitlinien verschickt, darauf folgt dann ein Telefonat mit Beratung.“

Das Angebot an Berater

Damit er das System auch anderen zur Nachahmung vermitteln kann, wurden die gesamten Aktivitäten der letzten 20 Jahre von Seyfarth gründlich strukturiert und didaktisch aufgearbeitet. Sein System ist nun multiplizierbar geworden und bietet einerseits ‚Erfolgskonzepte für den Mittelstand‘ und andererseits ein Geschäftsmodell für Berater und Experten. Damit profitieren beide Gruppen in hohem Maße vom Nutzen des Systems.

Seyfarth, der insgesamt rund 300 solcher Veranstaltungen moderiert hat, stellt den Beraterkollegen sein gesamtes daraus entstandenes Know-how zur Verfügung. „Mir schwebt vor, dass wir eine Gruppe von Beratern bilden, die genau dieses System umsetzen wollen und die dann auch ihre Erfahrung einbringen", erklärt Seyfarth seine Idee.

„Der Rahmen, in dem dieser Erfahrungsaustausch stattfindet, muss genauso ablaufen wie meine Klientengruppen. Dadurch kann man die Umsetzung gleich live erleben und sicherstellen, dass man eine exakte Kopie des Erfolgsmodells erhält."

Auch hier gilt Konkurrenzausschluss: Würde sich einer der teilnehmenden Berater z.B. auf Werkzeugmaschinenhersteller konzentrieren, wäre diese Gruppe für Berater mit gleicher Zielgruppe tabu. Somit wird es in einer Gruppe mit zehn Beratern zehn verschiedene Zielgruppen geben. Sinn ist der Wissens- und Erfahrungstransfer unter den Beratern hinsichtlich des Aufbaus von Klientengruppen. Nach jedem Treffen kann man das neue Know-how direkt anwenden.

Wer Interesse hat an einer solchen „Ausbildungs-Gruppe teilzunehmen nimmt bitte direkt mit Erwin Seyfarth Kontakt auf.

Erwin Seyfarth

ist Autor von zahlreichen Fachbeiträgen und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich in der Verlags- und Werbebranche als Management-Berater und Spezialist für Geschäftsstrategie. Sein Spezialgebiet ist der Aufbau und die Organisation personenbezogener und wettbewerbsfreier Wissens-Netzwerke. Neben seiner Moderatorentätigkeit ist er Kolumnist beim StrategieJournal und leitet die Region Hamburg des StrategieForums.

Da der Erfolg seiner Klientengruppen auch auf viele Formen der freiberuflichen Tätigkeit übertragbar ist, entschloss sich Seyfarth das Know-how zu systematisieren und das Geschäftsmodell an Berater-Kollegen weiterzugeben. Mittlerweile arbeiten Berater aus zwanzig Kundenbranchen an der Installation von Klientengruppen.

Kontakt

Studio Erwin Seyfarth
Rissener Landstraße 225
22559 Hamburg
Telefon: 040 - 34 50 55
seyfarth-management@t-online.de 
www.klienten-gruppen.de 

Der Beitrag beruht auf Auszügen aus dem Buch von Thomas Rupp „Der Aufbau von Klientengruppen – neuer Start als Berater“, erschienen im Studio Erwin Seyfarth, Hamburg.

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