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Auftritt, Outfit & Wirkung: Interview mit Isabel Schürmann 

Die äußere Erscheinung bei der Akquise und im Training gezielt nutzen

Liebe Isabel Schürmann, wir wollen im Herbst diesen Jahres einen Workshop mit Dir zu Deinem Spezialthema "Auftritt, Outfit und Wirkung" durchführen. Für die Einleitung zu unserer Workshop-Werbung hast Du geschrieben:

"Durch Ihre Art sich zu bewegen, zu kleiden, zu pflegen, zu benehmen und sich auszudrücken (verbal und nonverbal, virtuell und persönlich) senden Sie fortwährend Signale aus, die von Ihren Teilnehmern in Trainings, Ihren Coachees in Einzelgesprächen, aber auch von Ihren (potentiellen) Kunden in Geschäftsterminen wahrgenommen und interpretiert werden. Dabei stimmen jedoch Selbst- und Fremdwahrnehmung oftmals nicht überein, so dass Ihr Auftritt eine andere Wirkung hinterlässt, als Sie sich das vielleicht wünschen."

Wenn man ein Training hat, zieht man sich einfach die schickesten Sachen an, die man hat und in denen man sich wohl fühlt. Reicht das nicht aus, um einen guten Eindruck zu hinterlassen?

Isabel Schürmann: Nein, das reicht bei Weitem nicht aus und kann unter Umständen sogar kontraproduktiv wirken - selbst wenn es sich um das schickste Outfit aus dem eigenen Kleiderschrank handelt.

Der eigene Wohlfühlfaktor ist natürlich elementar, denn wenn wir uns in unserer sog. zweiten Haut nicht wohlfühlen, wirken wir weder überzeugend noch authentisch. Darüber hinaus sollten weitere Faktoren Berücksichtigung finden, um die „Sprache der Kleidung“ zielgerichtet einzusetzen. Dazu gehören beispielsweise das Veranstaltungsformat (Workshop vs. Vortrag, Tages- vs. Abendveranstaltung), der Teilnehmerkreis (Branchengeflogenheiten), die Örtlichkeit (Outdoor vs. Indoor) u.a.

Wird das mit dem ersten Eindruck nicht überbewertet? Wenn mich die Teilnehmer oder Kunden erst einmal kennenlernen und mitbekommen, dass ich Klasse bin, spielt mein Äußeres doch keine Rolle mehr - oder?

Isabel Schürmann: Auch wenn vielerseits das bekannte Sprichwort „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“ als abgedroschen gewertet wird, beinhaltet es doch viel Wahrheit. Innerhalb von Millisekunden – Kommunikationspsychologen sprechen z.T. gerade mal von 200 Millisekunden -  bewerten wir unser Gegenüber und stecken sie/ihn in eine „Schublade“. Dies erfolgt zumeist auf Basis des optischen Erscheinungsbilds. Fällt der erste Eindruck anders aus als wir uns das wünschen, bedarf es enormer Anstrengungen und vieler weiterer positiver Begegnungen, um das Bild von uns bei unserem Gegenüber wieder „gerade“ zu rücken.

Wie kann man sein äußeres Erscheinungsbild durch die Sprache Ihrer Kleidung gezielt einsetzen, um Ihre Auftritts- und Wirkungskompetenz positiv zu unterstreichen?

Isabel Schürmann: Eine Vielzahl von Faktoren bestimmen die Wirkung unsers Outfits und Auftritts, wie beispielsweise die Wahl der Farben, der Materialien und der Schnittführung. Darüber hinaus spielt der individuelle Kleidungsstil eine Rolle. Wähle ich beispielsweise für einen Impulsvortrag im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung in einem Frauennetzwerk einer Bank ein farblich sehr auffallendes und lautes Outfit hinterlasse ich einen anderen Eindruck, als wenn ich in einem klassischen, aber durchaus modernen Business Outfit dort auftrete und präsentiere. Das leuchtet sicherlich ein. Es geht also darum, relevante Stilfaktoren und Farben typ- und anlassgerecht zu kombinieren, um eine gewünschte Wirkungskompetenz zu hinterlassen. 

Im Workshop wirst Du auf die persönliche Wirkung eingehen. Was meinst Du mit "Erfolgsfaktoren Ihrer ganz persönlichen Wirkung"?

Isabel Schürmann: Es gibt eine Reihe von Erfolgsfaktoren, die unsere persönlich Wirkung determinieren. Dazu gehören unter anderem unser Erscheinungsbild, unsere Körpersprache, unsere Stimme und Sprechweise und noch einige andere mehr. Diese Faktoren und ihre Interdependenzen zu kennen, ist sehr wichtig, wenn wir an unserer Auftritts- und Wirkungskompetenz arbeiten wollen.

Im Workshop wird auch auf die Wirkgung von Farben eingegangen. Früher war das ja mal In gewesen, einen Farbpass mit seinen persönlichen Farben zu haben. Ist das inzwischen nicht überholt?

Isabel Schürmann: Die Wichtigkeit von Farben und ihre Wirkung auf andere hat nicht an Aktualität verloren. Farben unterstreichen unsere verbalen Botschaften und lösen Assoziationen bei unserem Gegenüber aus. Auch heute noch bekommt man im Rahmen einer professionellen Farbberatung einen typgerechten Farbpass ausgehändigt, der Hilfestellung und Orientierung bei der Zusammenstellung typgerechter Farbkombinationen und beim Kleiderkauf geben kann. Einschränkend ist hier allerdings anzumerken, dass man nie alle Farben der eigenen Farbpalette im Geschäft finden wird, da gerade bei den sogenannten Akzentfarben vielmehr Modetrends den Warenbestand diktieren.

Kannst Du uns die wichtigsten 3 Dos und Don’ts beim Business-Outfit sagen?

Isabel Schürmann: Über Geschmäcker lässt sich streiten, nicht aber über nachfolgende drei Stilsünden im Business:

  • falsche Ärmel-, Hosenbein- oder Rocklänge
  • zu eng sitzende oder durchscheinende Kleidung
  • abgelaufene Schuhe

Zu den absoluten Dos würde ich beispielsweise zählen:

  • Gürtel und Schuhe sollten farblich übereinstimmen
  • max. 5 Accessoires
  • ein dezentes Make-up und eine gepflegte Frisur

Zur Komplettierung dieser beiden Aufzählungen gehören natürlich noch eine ganze Menge anderer Punkte, auf die wir im Workshop detailliert eingehen werden.

Gibt es einen Wirkungszusammenhang zwischen unserer Kleidung und unserer Körpersprache?

Isabel Schürmann: Ja, das gibt es sehr wohl und wurde auch schon mehrfach in Studien nachgewiesen. 

Warum dieser Workshop? Reicht es nicht, wenn ich ein Buch über Stil und Outfit lese, es gibt ja einiges dazu?

Isabel Schürmann: Natürlich kann man eine Vielzahl an Ratgebern zum Thema Farbe, Stil und Image im Markt finden, die die genannten Themen umfassend, aber leider oft sehr oberflächlich oder nur theoretisch adressieren. Da wir jedoch alle ganz unterschiedliche Persönlichkeiten haben, von Natur mit individuellen Besonderheiten ausgestattet und unsere Lebensumstände verschieden sind, kann die Lektüre eines Ratgebers nicht ausreichen, um versteckte Potentiale auszuloten und positive Veränderungen praktisch zu erfahren sowie zu erlernen. Auch kann die reine Lektüre eines Rategebers die so wichtige Perspektive eines Außenstehenden, das sog. Fremdbild, nicht ersetzen.  

Ein Workshop in kleiner Gruppe bietet jedoch alle diese Möglichkeiten. In geschütztem Raum können Selbst- und Fremdbild reflektiert werden, individuelle Fragen platziert, optische Veränderungen (z.B. bei einer sog. Warm-Kalt-Kategorisierung) praktisch erlebt und Feedback eingeholt werden. Mehr Details möchte ich an dieser Stelle eigentlich nicht verraten …

Einen Einblick in das gesamte Themenfeld, Impulse zum Nachdenken und praktische Anregungen gibt übrigens mein im letzten Jahr veröffentlichtes Impulskartenset „Die Imagewerkstatt“ (Beltz, 2017).

Du hast Dich auf das Thema spezialisert und bietest zusätzlich noch erheblich mehr zum Thema Wirkungskompetenz an. Wie bist Du zu diesem Thema gekommen?

Isabel Schürmann: Über Umwege: umfassende Berufserfahrung im Banking, zum einen im Bereich Konzernentwicklung/M&A, zum anderen im Bereich der Führungskräfteentwicklung, haben mir vor fast 10 Jahren den Anstoß für die Gründung meiner eigenen Beratungsfirma geben, denn immer wieder habe ich erlebt, dass für den beruflichen wie auch persönlichen Erfolg Fachkompetenz und Know-how allein nicht ausreichen. Seither bin ich mit Leidenschaft als Imageberaterin, Umgangsformentrainerin und Karrierecoach sowohl in Unternehmen, in Bildungseinrichtungen, aber auch für Privatpersonen tätig und biete – je nach gewünschter Zielsetzung und Erwartungshaltung – individuelle Trainings- und Coachingformate, aber auch Impulsvorträge an. Neben den Themenfeldern Farbe, Stil & Image, verfüge ich über eine umfassende Expertise in den Bereichen moderne Umgangsformen/Business Etikette, Körpersprache, Präsentations- und Kommunikationstraining sowie Bewerbungscoaching. 

Warum richtet sich der Workshop speziell an Trainerinnen / Trainer, Beraterinnen / Berater und Coachs? Können diese nicht auch Workshops mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern anderer Berufe zu diesem Thema besuchen?

Isabel Schürmann: Neben der Beratungs- und Trainingsaktivität spielt auch das Thema Akquisition eine große Rolle im Leben eines jeden Trainers/Beraters und Coachs. Um erfolgreich zu „pitchen“, den gewünschten Auftrag zu erlangen und möglichst langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen, bedarf es nicht nur zufriedener Teilnehmer und Coachees, sondern in erster Linie überzeugter Entscheider auf Seiten der Auftraggeber.

Eine gute Wahrnehmungsfähigkeit, Gespür für das Gegenüber, Zuverlässigkeit, Professionalität sowie Flexibilität auf individuelle Gegebenheiten adäquat und unter Umständen sogar proaktiv zu reagieren, sind m.E. elementare Eigenschaften für ein erfolgreiches Beratungs- und Trainingsgeschäft. Ein zielgruppenspezifischer Workshop bietet in diesem Zusammenhang große Vorteile. 

 

Liebe Isabel, das leuchtet ein. Wir werden ja sicherlich auch andere Fragen von Trainerinnen und Trainer zu erwarten haben, als von Führungskräften und Angestellten.

Wir bedanken uns für das interessante Interview und wünschen Dir viel Erfolg mit dem Workshop und bei Deiner übrigen Arbeit.

 

Fotonachweise:  AdobeStock_177034541 FotolEdhar (Titelfoto); Miriam Bender, mOmentum fotografie (Portraitfoto Isabel Schürmann)

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