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Im Auge des Sturms herrscht Achtsamkeit

Resilienz ist für jeden individuell. Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. Von der Natur können die Menschen allerdings Achtsamkeit lernen. Alles liegt im Gleichgewicht und jede Empfindung, jedes Gefühl und jedes Lebewesen hat seine Daseinsberechtigung. Eine Wanderung mit Dr. Jürgen Groß, Steuerberater, Coach und Mediator.

Am Wanderparkplatz weht ein rauer Wind. Hoch oben in den Wipfeln der Bäume hängt ein großes Windspiel, das sich behäbig von einer zur anderen Seite bewegt. Im Gegensatz zu seinen kleineren Schwestern und Brüdern, den Bambus- oder Edelstahlklangspielen, die viele Gärten sanft melodisch umhüllen, ertönt ein blecherner, fast schon klirrend surrender Ton aus seinen Inneren. Jürgen Groß hält seine Kamera auf das Windspiel. Es ist das erste Foto unserer Wanderung. In der Natur tankt der Berater und Coach auf. So ist es nicht verwunderlich, dass es auch die Natur ist, die ihn Resilienz gelehrt hat: „Die normale Resilienzliteratur, die man überall findet, als Sachbuch oder aber als Infoheftchen  von den Krankenkassen, verkauft Resilienz anders, als ich sie verstehe. In der „klassischen“ Resilienz geht es, zumindest so, wie ich es lese, immer darum, dass du nicht in Ordnung bist, wie du bist, verändere dich.
Die sieben Säulen der Resilienz beruhen auf Veränderung. Eine Säule sagt etwa, du sollst Optimist oder optimistischer sein. Wenn ich das aber nicht bin, heißt das ja im Umkehrschluss, dass ich nicht in Ordnung bin. Ich muss mich verändern. Auf diese Art und Weise kann ich keine Menschen begleiten, damit sie ihren eigenen Weg aus einer Situation, aus einer Krise herausfinden. Ich verstärke mit solchen Aussagen nur ihre negativen Empfindungen. Mit diesen Botschaften verstärke ich, 'Ich bin nicht in Ordnung' “, erklärt Jürgen Groß.

Das Windspiel weht nun etwas heftiger von Seite zur Seite, fast schon verheddert es sich in den kahlen Ästen der Bäume, die es dort oben, weit über unseren Köpfen, tragen. „Du bist in Ordnung, wie du bist. Ich möchte den Leuten  theoretischen Input geben, um sich selbst besser kennenzulernen und sich besser zu sehen. Es geht um die eigenen Bedürfnisse, beispielsweise, dass man herausarbeitet und vielleicht zum ersten Mal sieht, welche Bedürfnisse man überhaupt hat.“

Weiter geht es in der Zeitschrift StadtZeit ab Seite 4...

Dort findest Du auch ein kleines Resilienz-ABC

StatdtZeit108 klaus schaake Eiche und Schilf

Nachdem eine stattliche Eiche das zerbrechliche Schilfrohr bemitleidet, wird sie bei einem Sturm entwurzelt. Das Schilf hat sich im Sturm gebeugt, blieb dabei willensstark und überstand den Sturm unversehrt. Sinnbildlich steht das biegsame Schilfrohr für Resilienz, während der Sturm eine Krise symbolisiert. Herausforderungen ergeben sich, wenn Unsicherheit über die zur Verfügung stehenden Ressourcen besteht. Resilient zu sein bedeutet also, die eigenen Mittel auszubauen und gut zu nutzen. Eine solch hohe Widerstandsfähigkeit wirkt sich außerdem positiv auf das persönliche  Stresslevel aus: Wer gut gerüstet ist, lässt sich weniger leicht aus der Ruhe bringen.

Widerstandskräfte lassen sich trainieren

Um sicher durch kommende und laufende Krisen zu gelangen, hilft die passende Herangehensweise. Über eine positive Denkweise hinaus gibt es die Möglichkeit, Leichtigkeit im Umgang mit herausfordernden Situationen zu üben. Resilienz-Training hilft dabei, für die Zukunft gerüstet zu sein, zielgerichtet durchs Leben zu schreiten, die eigenen Potenziale zu nutzen, gelassener auf Aufgaben zu reagieren und neue Sichtweisen zu entdecken. Da sich uns stellende Herausforderungen in ihrem Aufbau oft ähneln, kommt man mit guter Widerstandsfähigkeit und Ressourcenverteilung sehr weit und kann so die Chancen, die sich dadurch bieten, gut nutzen.

Die sieben Säulen der Resilienz

Die gängige Literatur beschreibt sieben Aspekte, die als Säulen bezeichnet werden: Akzeptanz, Optimismus,  Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Lösungsorientierung, Netzwerkorientierung und Zukunftsplanung. Jede der sieben Säulen lässt sich durch sogenannte Resilienz-Tools stärken. Damit sind Methode und Anregungen gemeint, die dabei helfen, die Essenz der Säule umsetzen.

Akzeptanz stellt die erste Säule dar. Die Herausforderung besteht oft darin, sich Zeit zu nehmen und die knifflige Situation zu akzeptieren. Da hilft Loslassen. Was leichter gesagt als getan ist, lässt sich durch einen kleinen Trick gut umsetzen. Das Gedanken-Karussell lässt sich durch lautes oder auch inneres Stopp-Sagen, eine abwehrende Bewegung und bewusste Hinwendung zu schöneren Dingen aufhalten.

Ist der erste Schritt geschafft, kommt die nächste Säule: Der Optimismus. Hier geht es darum, Respekt vor der Situation zu entwickeln und voller Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Das ABC-Modell hilft dabei, das aktivierende Ereignis zu erkennen (A), die Beurteilung der Situation zu untersuchen (B) und anschließend die Konsequenz, auf Englisch  "consequence“, zu analysieren (C). Verständnis für die eigene Wahrnehmung sortiert den Kopf und erleichtert den Überblick. 

Weiter geht es in der Zeitschrift StadtZeit ab Seite 8...


Bildnachweis: Klaus Schaake - StadtZeit

 

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