Die Landschaft der Weiterbildung 2007: reichliches Angebot in mildem Klima mit kleinen Tiefs
- Ergebnisse aus dem Projekt „Anbieterforschung“ -

Die Anzahl und Vielfalt der Weiterbildner mit offenem Angebot konnte erstmals näherungsweise bestimmt werden: Mehr als 17.000 Einrichtungen versorgen den Markt – die größten Gruppen sind singuläre, private, kommerzielle Anbieter. 56 % bieten berufliche Weiterbildung an, 6 % allgemeine Weiterbildung und 38 % beides. Das hat eine einmalige Aktion zur Anbieterforschung ergeben, bei der im Dezember 2007 in Kurzform einige Strukturmerkmale von allen Auskunftswilligen erfragt wurden. (Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.anbieterforschung.de.)

Projekt „Anbieterforschung“ stellt den wb monitor auf neue Füße

Warum über 17.000 Anbieter? Um die Aussagekraft der seit 2001 jährlich durchgeführten wbmonitor Umfragen einschätzen zu können ist es notwendig, die Grundgesamtheit der Weiterbildungsanbieter zu kennen. Mit dem Projekt „Anbieterforschung“ wurde sie erstmalig umfassend zusammengestellt und auf Gültigkeit geprüft: Aus diversen Verzeichnissen, darunter über 70 Weiterbildungsdatenbanken, wurden rund 22.000 bereinigte Adressen möglicher Anbieter ermittelt und telefonisch oder online kontaktiert. Rund 13.000 erwiesen sich als „echte“ Weiterbildungsanbieter. Weitere rund 4.000 Anbieter wurden nicht kontaktiert, weil sie BIBB und DIE bekannt waren.

Genutztes Volumen des Weiterbildungsmarkts in Deutschland

Als Maß für die Größe der Anbieter wurde die Zahl unterrichteter Stunden erfragt. Rund zwei Prozent der Anbieter gaben mehr als 60.000 Stunden an. Die Hälfte der Anbieter erteilt jedoch nicht mehr als 1.260 Unterrichtsstunden; der Mittelwert liegt bei rund 7.000. Wird für eine grobe Schätzung des gesamten offenen 2007 genutzten Weiterbildungsvolumens in Deutschland dieser Wert mit 17.000 Anbietern multipliziert, ergeben sich 119 Millionen erteilte Dozentenstunden.

Aufgrund der hohen Umfragebeteiligung konnte die Dichte des Weiterbildungsangebots nach Bundesländern bestimmt werden. Dazu wurde die Anbieterzahl pro Land zur Einwohnerzahl im Erwerbsalter in Beziehung gesetzt (s. Karte). Mit Abstand die höchste Anbieterdichte haben Bremen und Hamburg. Relativ niedrig ist sie in den neuen Ländern, in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

Positives Klima in der Anbieterlandschaft

Parallel zum ifo Klimaindex für die Wirtschaft ermitteln wir seit der Umfrage 2007 auf Basis Ihrer Angaben zur Lage und Entwicklung Ihrer Einrichtung den wbmonitor Klimaindex für die Weiterbildung. Die Weiterbildungsbranche weist im Dezember 2007 mit einem Wert von 26 ein positives Klima auf. Die Lageeinschätzung ist gegenüber dem im Mai 2007 ermittelten Wert in der wbmonitor Umfrage fast identisch und mit 33 Punkten ebenfalls optimistisch. Die Erwartung weiterer positiver Entwicklungen für die nächsten zwölf Monate liegt mit 19 Punkten gegenüber 25 Punkten in der kleineren Maiumfrage etwas niedriger.

Bei allen Anbietergruppen überwiegt jedoch eine positive Lagebeurteilung. Besonders gut geht es kommerziellen, privaten Anbietern beruflicher Weiterbildung (s. Tabelle). Betrachtet man regionale Unterschiede, so zeigen sich in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie in den traditionell wirtschaftsstarken südlichen Ländern Bayern und Baden-Württemberg besonders hohe Klimawerte (s. Karte).

Der Klimawert wird gemittelt aus gewichteten Salden zu wirtschaftlicher/haushaltsbezogener Lage der Einrichtungen und deren zukünftiger Entwicklung, die positiv, neutral oder negativ beurteilt werden können. Er kann zwischen – 100 und
+ 100 schwanken und ist eine konzeptuelle Adaption des ifo Geschäftsklimaindexes. Dieser lag für den Dienstleistungssektor im Dezember 2007 bei 18.

Von den rd. 13.000 Umfrageteilnehmern im Projekt „Anbieterforschung“ beantworteten rd. 6.000 die Fragen zur Berechnung des Klimaindex’ und 6.600 machten Angaben zu Unterrichtsstunden.

Klimawerte von Weiterbildungsanbietern in Deutschland



Klimawerte für Teilgruppen

Lage

Erwartung

Klima

Alle Befragten

33,2

19,0

26,0

nach Angebotsschwerpunkt:

nur berufliche WB

39,0

21,8

30,2

beides

23,6

16,7

20,2

nur allg., polit., kult. WB

2,7

-1,4

0,6

nach Einrichtungstyp:

Selbst. hauptberufl. Trainer

39,6

34,5

37,0

Privater Bildungsanbieter

40,1

28,8

34,4

Fachhochschule

34,2

30,4

32,3

Einrichtung der Wirtschaft

48,9

14,7

31,2

Einr. einer Partei/Stiftung

24,3

31,0

27,6

Hochschule, Universität

33,8

15,2

24,3

Allg.-bild./Berufl. Schule

32,9

2,7

17,3

Andere öffentl. Einrichtung

28,4

4,2

16,0

Einr. v. sonst. Verein/Verband

16,9

8,4

12,6

Volkshochschule

3,9

-5,0

-0,6

Einr. d. Gewerkschaften

-9,3

2,6

-3,4

Einrichtung der Kirchen u.ä.

3,5

-12,9

-4,9

nach erteilten Unterrichtstd.:

0 - 499

24,6

30,3

27,5

500 - 1999

38,5

26,2

32,3

2000 - 5999

30,7

18,7

24,6

6000 - 17999

30,4

9,7

19,8

18000 - 53999

35,1

11,1

22,8

54000 und mehr

29,7

4,5

16,7



„Tiefdruckgebiete“

Das Land mit dem niedrigsten Klimawert ist Bremen; dort ist die Erwartung, dass die Lage sich verbessern wird, kaum noch vorhanden. An der hohen Anbieterdichte scheint dies aber nicht zu liegen: Hamburg hat bei noch mehr Anbietern je Einwohner einen überdurchschnittlich positiven Klimawert.

Einen echten Abschwung vermutet eine leichte Mehrheit von Anbietern mit allgemeiner Weiterbildung als Schwerpunkt wie Volkshochschulen und Einrichtungen von Kirchen oder konfessioneller Verbände, denn deren Erwartungssaldo ist bereits ins Negative gerutscht.

 Artikel als PDF mit zusätzlichen Informationen.

Von Ihrer Teilnahme an der Umfrage wbmonitor 2008 hängt es mit ab, ob Informationen zu Entwicklungen - auch in Regionen - verlässlich gewonnen werden! Bitte nehmen Sie deshalb teil.

 Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.anbieterforschung.de

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