Karlheinz Happe Karlheinz Happe

Doppik begreifen – spielend lernen

Ein Seminar mit haptischem Brettplanspiel als Instrument der Wissensvermittlung

 

Die Methodik des Brettplanspiels erlaubt eine einfache und schnelle Erfassung der Grundlagen der Doppik: Bilanz, Erfolgsrechnung, Finanzrechnung, Buchungslogik

Bezugnehmend auf die Ausgabe des Trainer-Kontakt-Briefes Nr. 63 (2008) möchte ich Ihnen hier meine Erfahrungen beim Einsatz haptischer Brettplanspiele in Seminaren zum Rechnungswesen mitteilen.

Als Trainer und Dozent im Rechnungswesen – hier das Teilgebiet Buchführung, stellte ich immer wieder fest, dass gerade bei der Vermittlung von Basiswissen bei den Teilnehmern Verständnisprobleme auftreten. Wenn den Teilnehmern die Grundlagen bekannt sind, dann zeigt sich die Buchungslogik als eine Art „Selbstläufer“, selbst komplexe Geschäftsfälle können nach den erarbeiteten Grundlagen buchhalterisch erfasst werden.

In den kommenden Jahren müssen eine Vielzahl von Angestellten in Einrichtungen der Öffentlichen Verwaltung beim Umstellungsprozess von der Kameralistik zur „Doppik“ begleitet werden. Viele Mitarbeiter/innen dieser Einrichtungen, aber auch politische Mandatsträger/innen, brauchen jedoch nicht mehr als Grundlagenkenntnisse, um das Andere an der „Doppik“ zu begreifen.

Irgendwann stellte ich mir die Frage, kann man den Prozess des Kennenlernens der Buchungslogik auf eine einfache und interessante Art vermitteln?

Das Seminarkonzept „Dopp.Komm“ kommt im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz

Das Ergebnis meiner Überlegungen war, aufbauend auf bereits in der betriebswirtschaftlichen Praxis durch mich erfolgreich erprobte Brettplanspiele zur Vermittlung betriebswirtschaftlicher Grundlagen an Nichtkaufleute (siehe u.a. in Trainer Kontakt-Brief Nr. 49, Seite 15), ein Seminarkonzept zu entwickeln,

  • dass durch seine Einfachheit alle Redundanz ausschaltet,
  • dass durch Elemente eines haptischen Brettplanspiels den Sachverhalt der doppelten Buchführung im wahrsten Sinne des Wortes „begreiflich“ macht und
  • das einen dauerhaften Wissenstransfer unterstützt.

Letztendlich entstand so das Seminarkonzept „Dopp.Komm“. Erstmals war das Konzept in der Landeshauptstadt Niedersachsens als Pilotprojekt im praktischen Einsatz. Seitdem kommt es im gesamten Bundesgebiet zur Anwendung.

 Karlheinz Happe Der Autor an einer Spielfläche         (Bestandskonten, Erfolgskonten), Buchungssätze. Ebenso wird es dem Anfänger leicht gemacht, die Zusammenhänge zwischen Verwaltungshandeln und Verwaltungserfolg auf der Grundlage ausgewählter Kennzahlen (Rentabilität, Wirtschaftlichkeit, Bilanzkennzahlen) zu erkennen. 

Verlauf des Seminare in einer Kreisverwaltung des Landes Brandenburg

Ich möchte den Verlauf eines meiner letzten Seminare in einer Kreisverwaltung des Landes Brandenburg schildern, damit Sie sich als Leser einen Überblick über dieses Konzept und dessen Ablauf verschaffen können.

Zu Beginn des Seminars werden Inhalte der Doppik sowie Unterschiede zur Kameralistik herausgearbeitet. Anschließend versuche ich gemeinsam mit Teilnehmern an einem sehr einfachen Beispiel die Frage zu beantworten „Wie reich ist eine Kommune“? Das Ergebnis ist die Bilanz in ihrer einfachsten Form. Der Grundgedanke des Doppischen Systems wird den Teilnehmern am Beispiel einfacher Geschäftsfälle (Gehaltszahlung; Einkauf von Verbrauchsmaterialien; u.ä.) deutlich gemacht:

Immer sind an einem Geschäftsfall mindestens zwei Positionen auf der Spielfläche beteiligt. Damit war der Begriff „Doppik – doppeltes Buchen in Konten“ erkannt.

Es folgte die Darstellung der buchhalterischen Behandlung von Konten (aktive Bestandskonten/passive Bestandskonten) und deren Abschluss. Am Beispiel der Spielflächen-Position „Kasse/Bank“ wurde durch die Teilnehmer dieses Konto abgeschlossen und mit der Anzahl Chips auf der Spielfläche verglichen. Den Teilnehmern wird so bewusst, dass das Buchen in Konten die Realität abbildet. Es ist jetzt nicht schwer diesen Sachverhalt („Kasse/ Bank“) auch auf alle übrigen Geschäftsfälle auszudehnen. Eine Übung zu Buchungssätzen schließt diesen Teil ab.

Am Ende des ersten Verwaltungsjahres werden die Dokumente des doppischen Jahresabschlusses (Bilanz; Erfolgsrechnung und Finanzrechnung) durch die Teilnehmer erstellt. Für alle erstaunlich: „Die Bilanz passt“.

Den Abschluss des ersten Tages bilden die ausführliche Darstellung der Rückstellungen (hier werden wichtige, in der Verwaltungspraxis anzutreffende Rückstellungen besprochen) sowie buchhalterische Problemstellungen der zeitlichen Abgrenzungen (Aktive/ Passive Rechnungsabgrenzung; sonstige Forderungen und sonstige Verbindlichkeiten).

Zu Beginn des zweiten Seminartages erfolgt eine Wiederholung des am ersten Tag vermittelten Wissens. Dabei wird unterstützend immer wieder Bezug auf die Spielelemente (Fläche/Chips) genommen.

In den simulierten Verwaltungsjahren 2 und 3 treffen die Teilnehmer/innen unterschiedliche Entscheidungen, die Einfluss nehmen auf die Jahresabschlüsse 2 und 3.

Am Ende des Dritten Jahres werden einige wenige Kennziffern der Analyse des doppischen Abschlusses berechnet und qualitativ eingeordnet, sowie die unterschiedlichen Ergebnisse in den fiktiven Verwaltungseinheiten aufgezeigt. Dabei werden die Zusammenhänge zwischen Verwaltungshandeln und Verwaltungsergebnis deutlich gemacht.

  Hier beispielsweise an den Kennzahlen der Eigenkapitalrentabilität, der Gesamtkapitalrentabilität und des Cash-Flows.

Ein kurzer Rückblick mit anschließendem Feedback der Teilnehmer zu den zwei Tagen beschließt dieses Seminar.

 

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, setzen Sie sich mit dem Autor in Verbindung. 

Zum Autor

Karlheinz Happe, geb. 1944, ist Dozent/Trainer im Rechnungswesen. Gegenwärtig ausschließlich mit Seminarkonzepten, die den Einsatz von haptischen Brettplanspielen nutzen.

bildungsberatung Karlheinz Happe
Birkenweg 5
08541 Mechelgrün

Tel. 037463 / 77 997

bildungsberatung@karlheinzhappe.de 
www.karlheinzhappe.de
www.dopp-komm.de

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