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Archetypen im Coaching: Stimmiges Trainer-Da-Sein

Marion Lockert

Archetypen im Coaching

Stimmiges  Trainer-Da-Sein

Marion Lockert

Die Archetypen der Seele, eine Beschreibung seelischer Entwicklung und menschlichen Seins sind für mich eine großartige Inspiration. Nicht nur für meine persönliche Entwicklung, sondern auch für meine Arbeit bei Organisationsentwicklung, Training und Coaching. Deswegen ergänze ich die Grundlagenartikel hier mit einem Praxisteil, um das Wissen auch Ihnen zugänglich zu machen.

Die Wege zum Trainer-/ Berater-/ Coach-Dasein sind so vielfältig wie die Menschen, die diesen Beruf ausüben. Manche kommen aus der wirt­schaftlichen oder medizinisch orientierten Praxis, andere haben einen pädagogischen oder sprach­lichen Hintergrund. Und nun haben sie sich Schritt für Schritt in diesem Metier etabliert und werden nicht nur fachlich, sondern auch menschlich gefordert.

Häufig kommen Kollegen in mein Coaching, die eine Unausgeglichenheit wahrnehmen, die mit einer beruflichen Krise einhergeht. Ihre eigene Unzufriedenheit wird oft von innen und außen gespiegelt. Stockungen im Lebensfluss, eine dünne Auftragslage, aber vor allem eine innere Müdigkeit können Symptome sein, die uns zeigen, dass etwas Grundsätzliches nicht mehr stimmt. Was heißt das aus archetypischer Sicht? Und wie können wir diesen Blickwinkel nutzen, um wieder in unsere Spur zu kommen?

Wenn die Seele etwas anderes will als das Ich

In der Welt der Archetypen gibt es als wichtige Orientierung den Unterschied zwischen dem Willen des Ich und dem Wollen der Seele. Stellen Sie sich dafür einfach vor, es gäbe verschiedene Stimmen in Ihnen, die mit verschiedenen Zungen und unterschiedlichen Haltungen sprächen.

Das Ich (manchmal auch Ego genannt) ist vielfach gelenkt von unseren Ängsten und motiviert uns eher „weg von“ als „hin zu“, es will z.B. Mangel, Verletzungen oder zu viel Lebendigkeit vermeiden. Es ist kreativ und strategisch. Das Ich möchte kontrollieren und sich als Gestalter des Lebens fühlen, und natürlich ist es das auch – zum Teil.

An diesem Ich ist nichts falsch. In das Schimpfen über das 'üble Ego' reihe ich mich nicht ein. Es gehört zu dem, was uns und unser Leben ausmacht.

Doch erst, wenn der Willen des Ich mit dem Wollen der Seele übereinstimmt, fühlen wir uns balanciert und am richtigen Platz. In der Archetypenlehre spricht man von einem Verhältnis von 30 zu 70, was unsere bewusste Wahlfreiheit gegenüber dem ausmacht, was die Seele für uns plant. Und selbst diese 30% Wahlfreiheit des Ichs nutzen wir meist nicht aus.

Wie können wir nun prüfen und unterscheiden, was unser Ich uns sagt und was die Seele flüstert? Und wie kann das Wissen um unsere seelische Energiestruktur uns behilflich sein beim Sortieren und Lösen?

Stimmen die Stimmen?

Wir haben ständig innere Dialoge, Wissenschaftler sprechen von etwa 6.000 Kommunika­tions­einheiten täglich, die wir mit „uns selbst“ haben. Dabei sind es eigentlich verschiedene „Instanzen“, die da mit uns in Kontakt sind.

Die Stimme unseres Ich z.B. neigt eher dazu, uns zu drohen, macht uns unterschwellig Angst, es agiert mit Bedingungen: Wenn du das (nicht) machst, dann... Sie vergleicht uns mit anderen, bewertet und misst, analysiert und urteilt. Sie sucht nach Bestätigung der eigenen Urteile, sie argumentiert und hilft 'wirtschaften'. Ihr lauschen wir die meiste Zeit und fahren ja auch oft nicht schlecht dabei.

Manche werden sich fragen: Gibt es denn noch eine andere Stimme? Klar! Sogar innerhalb der Ich-Stimme gibt es noch verschiedene andere Stimmen (wie die Transaktionsanalyse ja auch schon fein unterschieden hat). Die internalisierte Stimme unserer Eltern zum Beispiel und all die Phantasien und Projektionen, die wir den Menschen überstülpen und unterschieben, die uns nahe sind, die Werte und Normen, die wir übernehmen und uns erarbeitet haben.

Und es gibt die Stimme unserer Seele. Wenn Sie ein sanftes Schmeicheln hören - das ist sie NICHT. Wenn Sie ein klares „Du musst, Du sollst, Du darfst nicht“ vernehmen - das ist sie NICHT. Die Stimme unserer Seele plappert nicht, sie wartet auf den Moment, an dem innere Stille herrscht.

Sie spricht in einfachen, eher nüchternen Sätzen. Sie gibt Impulse aus dem Nichts und ohne Begründung. Unser Verstand liefert dann die „sekundäre Rationalisierung“ für unsere scheinbar verrückten Handlungen.

Bei manchen kommuniziert die Seele auch über Bilder und wieder andere haben das, was man „Hellwissen“ nennen kann. Vor allem aber geht die Kommunikation der Seele einher mit einem Körpergefühl der Entspannung und inneren Weite. Das bietet vielleicht sogar die leichteste Möglichkeit, die verschiedenen Stimmen zu unterscheiden. Denn Angst macht eng.

Verschiedene Traditionen und Denkschulen empfehlen eine Befreiung des Geistes, ein inneres Stillwerden, im Augenblick sein, Entspannen. Und es gibt so viele Formen, den Weg für unsere Seele und die hilfsbereiten Energien von Ängsten und Konzepten freizumachen und zu ermöglichen, dass uns geholfen werden kann. Denn Hilfe kann oft leichter eintreten, wenn wir das Problem loslassen, „aufgeben“, nicht mehr selbst den Weg der Lösung „erzwingen“ wollen.

Automatisches Schreiben:  Kommunikation mit der Seele

Es gibt eine recht einfache Übung, wie Sie dem auf die Spur kommen können, was ihre Seele rät. Sie brauchen dafür lediglich einen ruhigen Ort, Papier und Stift und eine halbe Stunde Zeit. Machen Sie es sich bequem und schreiben Sie dann die Frage auf, die Sie gerade umtreibt. Nun entspannen Sie ein paar Minuten, bevor Sie den Stift in die Hand nehmen und ihn für eine halbe Stunde nicht mehr absetzen werden. Mit einer kleinen Ansprache, innerlich oder tatsächlich gesprochen, rufen Sie nun Ihre Seele und bitten um Antwort. (Wenn Sie telefonieren, wählen Sie ja auch die Nummer Ihres Gesprächspartners.)

Und dann geht's los! Es geht nämlich nun darum, in einem fort zu schreiben und zu schreiben. Gut möglich, dass Sie dabei Gedanken haben wie: „Was soll ich denn bloß schreiben? Nix fällt mir ein. Blöde Übung. Schreibschreibschreib.“ Und genau das wird genauso aufgeschrieben wie alles andere. Eine halbe Stunde lang. Und es wird so sein, dass Sie immer automatischer den Stift führen. Sie können dabei sogar die Augen schließen (in dem Fall nehmen Sie am besten ein DIN A 3 großes Blatt).

Nach einer halben Stunde legen Sie dann Stift und Blatt beiseite. Bevor Sie das Geschriebene lesen, sollte mindestens eine Stunde Abstand sein. Besser noch (wenn Ihre Neugier das zulässt) lesen Sie den Text erst am nächsten Tag. So fällt es leichter, einen inneren Abstand zu den eigenen Erwartungen zu halten und für neue Wendungen offen zu sein.

Sie werden überrascht sein, welche interessanten und tiefen Informationen auf Ihrem Blatt zu finden sind. „Üben hilft“ gilt auch hier. Von Mal zu Mal werden Sie leichter in Kontakt kommen.

Viel Vergnügen und reiche Erkenntnis also in der Kommunikation mit Ihrer Seele!

Literaturempfehlung

Dr. Varda Hasselmann, Frank Schmolke: Die Archetypen der Seele, Goldmann-Verlag 2013 (völlig überarbeitete Neuauflage)

 

Die Autorin

Marion Lockert Marion Lockert,

ist Trainerin für Entfaltung von Führungskraft und Persönlichkeit, NLP-Lehr-Coach und Lehrtrainerin für Systemauf­stellungen, ist Leiterin des „TT-Forschungskreises Arche­typen der Seele – Spiritualität im Business“. Seit 18 Jahren intensiv mit diesem Modell verbunden, wird sie von Hasselmann/Schmolke persönlich als Matrix-Aufstellerin und Archetypen-Coach empfohlen. Sie bietet, neben der Aufstellungsarbeit in verschiedenen Kontexten, seit 25 Jahren Businesstrainings und Prozessbegleitungen an.

Kontakt

Marion Lockert Institut
Richard-Wagner- Str. 11
30177 Hannover

Tel. 0511-76351690
Fax 0511-763 51 69-4

ml@marion-lockert-institut.de
www.marion-lockert-institut.de

 

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